Schröpfen

Entstehung und Geschichte
Das Schröpfen war in früheren Zeiten eine typische ärztliche Handlung. Wie gebräuchlich sie war, zeigt sich dran, dass die Ärzte in ihrem Siegel einen Schröpfkopf trugen – und „Schröpfen“ bedeutet schon lange, dass jemand für eine Leistung einen besonders hohen Preis bezahlen soll. Das Prinzip des Schröpfens wurde bereits vor 3000 Jahren in Mesopotamien beschrieben, es war im indischen Kulturkreis genauso gebräuchlich wie im alten Südamerika. Es wurden Schröpfköpfe aus Kuhhorn, Bronze, Silber und Glas benutzt. Blutiges Schröpfen wurde schon im Mittelalter als nicht der ärztlichen Ethik entsprechend betrachtet, deshalb übernahmen Bader und Steinscheider das Schröpfen.

Untersuchung und Behandlung
Es wird beim Schröpfen zwischen zwei Arten des Schröpfens unterschieden, dem blutigen und dem unblutigen Schröpfen. Heutzutage ist das blutige Schröpfen aus der Mode gekommen, meist wird das unblutige Schröpfen angewandt.

Blutiges Schröpfen
Die Haut wird kreuzförmig eingeritzt. Beim Aufsetzen füllen sich die Schöpfköpfe aus den etwa ein Zentimeter großen Schnitten mit Blut. Innerhalb von 10 bis 20 Minuten werden bis zu 300 Milliliter Blut abgeleitet.

Unblutiges Schröpfen
Vor der Behandlung wird die Haut des liegenden Patienten mit Rotlicht aufgewärmt. Dann werden auf seinem Rücken 6 bis 10 Schröpfköpfe aufgesetzt. Dabei erzeugt der Behandler in den Schröpfköpfen ein Unterdruck. Durch den Sog auf die Haut weiten sich die feinen Kapillaren der Blutbahn, auf der Haut entstehen nach wenigen Minuten blaue Flecken. Die Behandlung dauert 10-15 Minuten.

Schröpfmassage
Bei dieser Variante des unblutigen Schröpfens wird die zunächst mit Öl eingefettet. Der Behandler verschiebt auf dieser Hautzone einige Minuten lang einen oder 2 Schröpfköpfe hin und her, bis die Haut gerötet und somit stark durchblutet ist.

Die Anwendungsgebiete

  • Unblutiges Schröpfen
    Verspannungen im Muskelbereich werden gelockert. Nach herkömmlicher Vorstellung wird dem Körper durch Schröpfen bei „Krankheiten der Leere“ Blut, Wärme und Kraft zugeführt. Das soll gegen Durchblutungsstörungen und Verhärtungen in Haut und Untergewebe, Muskelschmerzen, Verspannung und Knoten, bei chronischen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, rheumatischen Schmerzen, Bei Ohrenklingeln, Ausbleiben der Regel, Asthma und Tuberkulose helfen.
  • Blutiges Schröpfen
    Giftstoffe und Stoffwechselschlacken im Gewebe werden abgesaugt. Blutiges Schröpfen ist insbesondere dann angezeigt, wenn sulzige Ablagerungen in der Haut zu tasten sind.

Beratungstermin unter 0234/5308080 vereinbaren

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